Liebe Männer, geht doch mal zum Arzt

Der Ölwechsel beim Auto oder Motorrad ist Routine. Ohne würde es schließlich früher oder später den Dienst versagen. Diesen logischen Rückschluss auf sich zu übertragen, schaffen Männer leider selten. Nur 24 Prozent der deutschen Männer nutzen die kostenlosen Vorsorgeangebote ihrer Krankenkasse.

Die männliche Spezies raucht und trinkt mehr, ist stärker suchtgefährdet, zum Großteil übergewichtig und hat ein um fünf Jahre kürzeres Leben als das schöne Geschlecht. Wenn Sie also noch länger etwas vom Leben haben wollen, sollten Sie selbst erst mal zum Body-Check. Neben den Check-Ups, die übrigens von Ihrer BKK bezahlt werden, gibt es weitere wichtige und notwendige Vorsorgeuntersuchungen, um Krebserkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick!

Es ist notwendig an den Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen Ihrer BKK teilzunehmen. Damit tun Sie aktiv etwas für Ihre Gesundheit. Dies sollten Sie aber auch vor und nach jeder Untersuchung. Wir stellen Ihnen folgend die häufigsten Risikofaktoren bei Männern vor, die es gilt zu vermeiden. Risikofaktoren lösen Krankheiten nicht direkt aus, begünstigen aber ihr Auftreten.

Vorsorge- und Früher­kennungs­unter­suchung

Ab wann (Alter in Jahren)? Was? Wie oft? Was genau
18 - 35 Check-up zum Ausschluss von chronischen Krankheiten einmalig  
  • Ganz­körper­unter­suchung
  • Untersuchung des Urins und des Blutes
  • Überprüfung des Impfstatus
 
35
Früher­kennungs­unter­suchung: Hautkrebs alle 2 Jahre  
  • Ganz­körper­unter­suchung der Haut auf auffällige Hautmale
 
36 Check-up zum Ausschluss von chronischen Krankheiten alle 3 Jahre  
  • Ganz­körper­unter­suchung
  • Untersuchung des Urins und des Blutes
  • Überprüfung des Impfstatus
 
45 Früher­kennungs­unter­suchung: Prostata­krebs jährlich  
  • Tast­unter­suchung der äußeren Genitalien, Prostata und Lymphknoten
 
50 Vorsorge­unter­suchung: Darmkrebs Jährlich bis 55 Jahre  
  • Okkultblut­test: immunologischer Stuhltest
 
55 Vorsorge­unter­suchung: Darmkrebs Auswahl zwischen zwei Möglichkeiten:  
  1. alle zwei Jahre
    Okkultbluttest: immunologischer Stuhltest

    ODER
  2. einmaligen mit einer Wiederholung nach 10 Jahren
    Koloskopie: Darmspiegelung
 

 

 

Kleiner Bierbauch, große Folgen. 62 Prozent der deutschen Männer sind übergewichtig. Das sieht nicht nur nicht besonders sexy aus, das belastet den ganzen Körper. Die Liste der Folgeerkrankungen reicht von Rückenbeschwerden über Diabetes bis hin zum Herzinfarkt. Vor allem gefährlich ist das viszerale Fett, das sich um die Organe im Bauchraum bildet, den Stoffwechsel beeinflusst und in schlimmen Fällen die Organe einengt.

Klar ist es gemütlich auf dem Sofa beim Zocken, Fernsehen oder Surfen mit Bier und Knabbersachen. Dann hat Mama oder der Lieferdienst mal wieder zu viel gekocht und der gute Ton sagt uns, dass wir aufessen müssen. Obwohl es auch eine Vorratsdose im Schrank geben würde, die uns das Essen bis morgen im Kühlschrank verstauen lassen würde. Na, und weil es schmeckt nimmt Mann mehr Kalorien zu sich als er eigentlich benötigt.

Was Sie tun können:

  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischen Fetten ist der Grundstein für ein gesundes Gewicht. Versuchen Sie täglich drei handflächengroße Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst zu sich zu nehmen.
  • Nur 300 Schritte zusätzlich pro Tag können Übergewicht verhindern.
  • Dauerstress macht dick! Bei ständigem Stress legt der Körper Fettreserven an, weil er so reagiert als befände er sich in einer Notsituation. Versuchen Sie Stress abzubauen und Ruhepausen einzulegen.
  • Studien zeigen, dass schon eine Stunde weniger Fernsehen am Tag zu einer günstigeren Gewichtsentwicklung führt.
  • Nehmen Sie mal die Treppe statt dem Aufzug. Entscheiden Sie sich hin und wieder für den Salat und gegen den Burger. Treffen Sie sich mit Freunden in der Natur und nicht nur im Wirtshaus.
  • Hier finden Sie einige männliche Rezeptideen, die Sie beim Abnehmen oder Gewicht halten unterstützen können.

Gefühlsduselei passt nicht zum starken Geschlecht! Männer denken oft noch altmodisch und erklären intensive Gefühle, egal, ob positiv oder negativ, zum Tabu. Gefühle werden verborgen, Traurigkeit versteckt und Antriebslosigkeit mit zynischen Sprüchen abgetan. Es gibt unterschiedlichste Gründe für negative Gefühle, einer der häufigeren ist Stress und Druck von außen. Fühlt man sich über einen längeren Zeitraum nicht gut, kann das schwerwiegende Folgen haben und eine Depression entsteht. Dauerbelastung durch Stress greift zudem das Immunsystem an. In Deutschland leiden schätzungsweise 4,1 Millionen Menschen unter einer Depression. Die Selbstmordrate der Männer übersteigt die der Frauen um das Dreifache, die Rate der diagnostizierten Depressionen liegt aber nur halb so hoch. Unbehandelt kann eine Depression viele Jahre andauern und den Körper in Mitleidenschaft ziehen. Dabei ist eine Behandlung mit Psychotherapie und in schlimmeren Fällen mit Medikamenten nachweislich effektiv. Jeder dritte Patient ist danach sogar dauerhaft beschwerdefrei. Ein Irrglaube ist auch, dass die Ursache immer ein schlimmer Schicksalsschlag sein muss. Jede Veränderung und jede Form von Stress kann ganz unerwartet eine Depression auslösen. Zu den Symptomen einer Depression gehören unteranderem eine

  • gedrückte Stimmung,
  • Antriebslosigkeit,
  • Ein- und Durchschlafschwierigkeiten,
  • Konzentrationsverlust,
  • Müdigkeit,
  • Appetitsverlust,
  • geschwächtes Selbstwertgefühl und -vertrauen,
  • Schuldgefühle,
  • etc.

Was Sie tun können:

  • Stress, positiver wie negativer, führt häufig zu Burnout und Depressionen. Stressige Phasen sind ok, aber es darf kein Dauerzustand werden. Suchen Sie sich einen Ausgleich zu Ihrem Job und Ihren sonstigen Pflichten.
  • Sprechen Sie über Ihre Gefühle. Das muss nicht jeden Tag sein, aber hin und wieder sollten Sie guten Freunden, dem Partner oder der Familie etwas anvertrauen.
  • Bewegung hat eine Art Antidepressiva-Effekt. Regelmäßiger Sport kann ähnlich wirken, wie ein Antidepressivum und Sie präventiv vor negativen Gefühlen schützen.
  • Sagen Sie auch mal Nein. Zu Überstunden, zu Gefallen, zu vermeintlichen Verpflichtungen.
  • Probieren Sie etwas Neues aus und versuchen Sie es mal mit einem Entspannungskurs wie Tai Chi oder Yoga.
  • Gestehen Sie sich Fehler zu. Niemand ist perfekt und kann immer Höchstleistungen bringen.
  • Eine Depression kann, wie jede andere Erkrankung, behandelt werden. Gehen Sie deshalb bei Verdacht zum Arzt. Womöglich steckt hinter Ihren Symptomen eine ganz andere Krankheit.
  • Wenn Sie über etwas sprechen möchten, sich aber niemanden anvertrauen können, wenden Sie sich an eine Seelsorge-Hotline: TelefonSeelsorge , eva e.V. oder Diakonie Deutschland

Weiterführende Links:

Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) : bundesweiter elektronischer Psychotherapeutensuchdienst für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) : Arzt- und Psychotherapeutensuche im ganzen Bundesland

Bewegungsmangel ist ein Luxusproblem. Je höher das Durchschnittseinkommen in einem Land ist, desto höher ist der Mangel an Bewegung in der Bevölkerung. Im Schnitt bewegt sich weltweit jeder 4. Mann zu wenig. Und das obwohl unser Körper auf Bewegung ausgelegt ist und diese uns vor einer Vielzahl an Erkrankungen schützen kann. Eine aktuelle Studie steigt, dass mehr als neun Stunden sitzen am Tag das Sterberisiko erhöht. Dass zu wenig körperliche Aktivität unser Herz-Kreislauf-System negativ beeinflusst, hatte bereits eine Ergebung aus den 1950er Jahren gezeigt. Eine amerikanische Studie ergab, dass leicht Übergewichtige, die regelmäßig Sport treiben, fitter und gesünder sind als schlanke, bewegungsfaule Menschen. Neben den positiven gesundheitlichen Effekten, hat Bewegung zudem auch einen positiven Effekt auf die männliche Figur.

Was Sie tun können:

  • Suchen Sie sich eine sportliche Freizeitaktivität aus, die Ihnen Spaß macht!
  • Beachten Sie, dass bei Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Gelenkproblemen nicht jede Sportart für Sie geeignet ist. Fragen Sie gegeben falls Ihren Arzt um Rat.
  • Suchen Sie sich Gleichgesinnte. Gemeinsam fällt es leichter, den inneren Schweinehund zu überwinden.
  • Trainieren Sie im Fitnessstudio, vor allem am Anfang unter professioneller Anleitung. So beugen Sie Sportverletzungen vor.
  • Steigern Sie sich langsam und verlangen Sie am Anfang nicht zu viel von sich. Verlängern Sie schrittweise über mehrere Wochen die Belastung (erst Dauer, dann Häufigkeit und Intensität).
  • Wenn Sie so gar keine Lust auf Sport haben, integrieren Sie einfach etwas mehr Bewegung in Ihren Alltag: Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto und am Wochenende mal einen Wanderausflug mit Ihren Kumpels oder der Familie.

Weiterführende Links:

Deutsches Grünes Kreuz : Mehr Informationen zum Thema Bewegung.

Ein, zwei Feierabendbierchen und eine Genusszigarette dazu, das hat Mann sich schon nach einem anstrengenden Tag verdient. Im Durchschnitt konsumiert der deutsche Mann 102 Liter Bier, 21 Liter Wein, drei Liter Sekt und knappe 6 Liter Hochprozentiges im Jahr. Der Bierkonsum fällt selbstverständlich in Bayern um einiges höher aus. Zusammen mit den Frauen konsumieren die deutschen Männer 204 Millionen Zigaretten am Tag. In Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Bremen rauchen die meisten Männer. Mit 23,9 Prozent der Männer wird im Saarland am wenigsten gequalmt. Aber hier ist Vorsicht geboten, Alkohol und Nikotin sind gefährliche Genussmittel.

Weltweit ist der Tabakkonsum für 15 Prozent der Tode von Männern verantwortlich. Er ist ein schwerwiegender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und chronische Erkrankungen sowie Krebs. 2018 erkrankten 42.647 Männern in Deutschland an Krebs in der Blase, dem Darm, der Luftröhre, den Bronchien und der Lunge, bedingt durch das Rauchen. Damit ist nur ein Teil der Krebserkrankungen aufgeführt. 24 Milliarden Euro geben die deutschen Privatverbraucher jährlich für alkoholische Getränke aus. In kleinen Mengen wirkt Alkohol berauschend, in großen Mengen ist er aber stark gesundheitsschädlich und belastet die Leber. Wegen Alkoholmissbrauch werden jährlich mehr als 300 Tausend Patienten stationär im Krankenhaus behandelt. Gute 35,5 Tausend Verkehrsunfälle passieren jährlich wegen Alkoholeinfluss. 2018 wurden dabei 17.229 Personen verletzt.

Wenn das Feierabend-Bier zur Routine wird und die Zigarette morgens schon gut schmeckt, droht die Sucht - und dann haben Sie wirklich ein Problem. Packen Sie die Gründe für Ihren Alkohol- und Nikotinkonsum lieber gleich an der Wurzel und bekämpfen Sie Stress, Trauer, Wut und Unzufriedenheit mit etwas anderem.

Was Sie tun können:

  • Fangen Sie damit an, weniger zu rauchen oder zu trinken.
  • Setzen Sie sich klare, nicht zu große Etappenziele: Alkohol konsumiere ich nur noch am Wochenende. Ich trinke nur in Gesellschaft, nicht alleine. Wenn ich trinke, trinke ich maximal …, etc.
  • Überlegen Sie sich, wann Sie trinken oder rauchen und warum. Fragen Sie sich in dem Moment, ob Sie das wirklich wollen und versuchen Sie, eine Alternative zu finden.
  • Nutzen Sie professionelle Hilfe, wenn es Ihnen nicht gut geht. Fragen Sie Ihren Arzt, Beratungsstellen, Ihre BKK oder Selbsthilfegruppen um Rat. Die werden Ihnen diskret und kompetent weiterhelfen.

Weiterführende Links:

Rauch Frei : Sie möchten zum Rauchen aufhören? Dann finden Sie hier Unterstützung.

Alkohol? Kenn Dein Limit : Informationen über Alkohol. Ab wann ist es eine Sucht?